Campen in Tasmanien – Gastbeitrag von Camporio-User Maik

Liebe Camporios,

ihr ward schon einmal Campen in Tasmanien oder habt es noch vor? Camporio-User Maik gibt uns Einblicke seiner Reise mit dem Wohnmobil durch Tasmanien. Falls ihr uns auch einmal einen Bericht eurer Reisen schicken möchtet, dann nur zu. Wir würden uns freuen. Und nun viel Spaß beim Lesen!

Marrawa. Nordwesten

 

Tasmanien mit dem Wohnmobil

Als Teil einer fast einjährigen Auszeit sind wir gerade für 2 Monate zum Campen auf Tasmanien. Vielleicht hat der eine oder andere von euch ja auch schon mal mit dem Gedanken gespielt? Deshalb hier ein kleiner Erfahrungsbericht.

Wir waren schon vor 6 Jahren einmal hier. Damals haben wir auch andere Teile Australiens bereist. Aber Tasmanien war für uns der Höhepunkt. Und deshalb wollten wir unbedingt wieder her. Warum? Tja, Australien ist prinzipiell ein prima Reiseland. Die Natur ist beeindruckend. Mit den vielen verschiedenen und meist gar nicht scheuen Beuteltieren fühlt man sich oft wie in einem Freiluftzoo. Auch die Menschen sind sehr freundlich und offen gegenüber Touristen. Und alle sprechen Englisch ?- wobei man sich an den australischen Dialekt wirklich erstmal gewöhnen muss. Die Gesundheitsversorgung ist gut und es gibt quasi keine gefährlichen Tropenkrankheiten. Dafür gibt es natürlich einige der tödlichsten Tiere der Welt.

Tigersnake

So sind wir hier jetzt schon zweimal einer Tigersnake über den Weg gelaufen und an einigen Stränden wurden massenhaft Portugiesische Galeeren angeschwemmt. Die Tigersnake ist unter den Top 10 der giftigsten Schlangen der Welt. Es ist tatsächlich wahrscheinlich, dass man hier früher oder später eine trifft. Aber das ist alles kein Grund zur Panik. Solange man um die Gefahren weiß und sich entsprechend verhält, ist das alles kein Problem. Die Schlangen haben zum Beispiel keinerlei Interesse daran einen Menschen zu beißen. Man sollte einfach nur aufpassen, wo man hintritt und die Tiere in Ruhe lassen.

Der Vorteil von Tasmanien ist nun, dass die Insel relativ klein und deshalb schnell zu bereisen ist. Die Natur ist großartig. Es gibt noch echte Wildnis. Dabei wohnen recht wenig Menschen hier, so dass man oft auf den vielen Campingplätzen quasi alleine ist. Außerdem ist das Klima gemäßigt – also nicht so heiss wie sonst in Australien. Auf der anderen Seite kann es hier halt auch mal recht kühle oder regnerische Tage geben. Das Wetter wechselt schnell. Hochsaison ist deshalb im europäischen Winter.

Wohnmobil mit Wallaby. Friendly Beaches. Ost Tasmanien

Es ist ideal hier mit dem Wohnmobil zu reisen. Wie gesagt gibt es viele günstige Camping- und auch tolle kostenlose Stellplätze. Wildcampen ist allerdings eigentlich verboten. Die perfekte Übersicht samt Bewertungen und Kommentaren bietet die App WikiCamps Australien. Unsere Favoriten haben wir natürlich auch auf Camporio registriert. Wir haben dabei meist jede dritte Nacht einen Campingplatz mit Strom angesteuert, um die Batterien zu laden, Wasser aufzufüllen und Abwasser zu entleeren. Die Plätze sind überwiegend sehr einfach gehalten und leben von der tollen Natur drum herum.

Australien ist generell allerdings ein teures Land. Essen ist teuer. Und dann sind da vor allem die Mietkosten für das Wohnmobil. Wir sind mit 3 kleinen Kindern unterwegs und waren wegen dem nötigen Platz für die Kindersitze gezwungen ein großes Schiff mit 6 Betten auf Basis des Sprinters zu buchen. Es kostet uns etwa 170$ – das sind fast 120€ am Tag. Häufiger und deutlich günstiger sind kompakte Vans für 2 bis 4 Personen. Ab dem 20. Dezember verdoppeln sich hier die Kosten pro Tag. Dann beginnen hier die Schulferien. Außerdem werden dann die besten Campingplätze hier voll sein. Wir wechseln deshalb dann auf Mietwagen und Zelt. Die größten Anbieter sind Maui/Britz, Apollo und Cruisin. Sie bringen für die Hochsaison Wohnmobile von der australischen Hauptinsel nach Tasmanien. Wir haben bei Britz gemietet. Die Mobile heißen Maui bis sie 2 Jahre alt sind, Britz bis sie 4 Jahre alt sind. Wir waren

Fähre für zwei Autos oder ein Wohnmobil in Corinna, Western Wilderness

erstmal geschockt. Die Karre hatte schon fast 200 000 km runter und war ganz schön abgewohnt. Vor allem die Betten sind schlecht. Es gibt wenig Stauraum. In der ersten Nacht war es kalt und regnerisch – aber geheizt werden kann nur mit Strom. Doof wenn man überwiegend nicht auf die Campingplätze will! Und dann kam der Regen auch noch durch die Dichtungen des großen Heckfensters rein und durchnässte die Polster. Also fuhren wir am nächsten Tag nach Hobart zurück und konnten gegen ein etwas neueres Mobil tauschen. Die Firma ist von uns nicht wirklich zu empfehlen. Es gibt auch einige kleinere Tasmansische Anbieter. Die kamen für uns nicht in Frage, weil sie nur die kleineren Modelle haben. Aber man sollte sich die auch angucken.

Dann ist da noch die Sache mit den unbefestigten Wegen. Davon gibt es nämlich in Australien eine ganze Menge. Und oft zu schöne Orten. Die meisten Anbieter verbieten einem, diese Wege zu benutzen – meist abgesehen von der Zufahrt zu kommerziellen Campingplätzen. In der Praxis bedeutet das aber nur, dass man auf diesen Strecken seinen Versicherungsschutz verliert. Das scheint hier aber die wenigsten Camper (wie auch uns) zu stören. Die Pisten haben überwiegend gute Qualität und man muss halt vorsichtig fahren.

Versicherung ist ohnehin ein Thema für sich. Britz verlangt für nicht-Australier eine horrende Eigenbeteiligung von 7500$, von der man sich gegen ebenfalls extreme 45$ am Tag freikaufen kann. Tja. Wir haben das Risiko gewählt.

Ameisenigel

Dabei muss man sich natürlich noch an den Linksverkehr gewöhnen. Das geht aber sehr schnell. Zumal der Verkehr hier selbst in der Hauptstadt Hobart sehr ruhig ist. Da hier viele große Autos amerikanischen Stils rumfahren, kommt man übrigens auch mit dem großen Wohnmobil überall gut durch und findet immer einen Parkplatz.

War da zu viel negatives dabei? Deshalb hier noch ein paar Bilder vom Campingerlebnis. Es lohnt sich!

Tall Tree Walk, Mount Field Nationalpark

Bay of Fire

 

 

 

 

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