Sitzen, oder: Wenns mal wieder länger dauert…

Oder wieso sitzen wir Camper eigentlich so viel?

Camper sitzen zwangsläufig zu viel, das ist leider so und liegt in der Natur der Sache. Sitzen, sitzen, sitzen heißt es, und zwar vom Zweirad, über das Auto mit Wohnwagen bis hin zum Wohnmobil und Luxusliner. Aber wir sitzen ja nicht nur auf der Fahrt in den Urlaub, sondern auch im Alltag permanent: beim Frühstück, wenn wir zur Arbeit fahren, vor dem Computer und dann, am Abend, sitzen wir vor dem Fernseher gemütlich auf der Coach.

Kurz: Wir sitzen fast rund um die Uhr, jedenfalls, wenn wir wach sind.

Doch was passiert eigentlich genau beim Sitzen mit unserem Körper?

Fangen wir beim Kopf an. Im Sitzen verlagert sich unser Kopf vor den Körperschwerpunkt, womit sich die Belastung auf unsere Halswirbelsäule und die umliegende Muskulatur erhöht. Das kann zu Muskelverspannungen (steifer Nacken/Hals), über Kopfschmerzen bis hin zu Bandscheibenvorfällen führen.

Unsere Schultern neigen dazu nach vorne zu fallen, wodurch unser oberer Rücken rund wird und sich damit die Belastung auf die Brustwirbelsäule und deren Bandscheiben erhöht. Bei ständiger Rundrückenbelastung wird sich im Laufe der Zeit die Wirbelsäule daran anpassen und demnach auch rund bleiben.

Weiter geht’s: Auch die Muskulatur, Bänder und Gelenke unserer Hände sind einer ständigen Belastung ausgesetzt durch das Festhalten des Lenkrades in der gleichen Position oder durch das Arbeiten mit Maus und Tastatur am Arbeitsplatz.

Die Probleme im unteren Rücken, im Bereich der Lendenwirbelsäule, kennt jeder. Die Schmerzen entstehen meist durch die einseitige Belastung die wir durch das ständige Sitzen in der gleichen Position auf den unteren Rücken auswirken. Die Muskulatur verkrampft und verspannt sich, die Bandscheiben werden einseitig zusammengedrückt und reizen umliegende Nerven. Der Schmerz ist programmiert. Durch das Sitzen auf meistens weichen Polstern (Auto, Sofa) wird das Becken zusätzlich nach hinten gekippt: das erhöht den Druck auf die Wirbelsäule und deren Bandscheiben.

Was viele außer Acht lassen ist, dass das viele Sitzen sich nicht nur auf unsere Wirbelsäule auswirkt, sondern auch auf unsere Muskulatur. Im Sitzen sind z.B. die querverlaufende Bauchmuskulatur oder die Gesäßmuskulatur ausgeschaltet und verkümmern sozusagen. Ebenso die Hüftlendenmuskulatur, die für Aufrichtung und Streckung unseres Körpers zuständig ist, verkürzt sich immer mehr durch das ständige Sitzen, da dabei unsere Hüfte immer im 90 Grad Winkel gebeugt ist. Das Ergebnis: Rückenschmerzen.

Sitzen

An diese Folgen habt Ihr vielleicht noch gar nicht gedacht:

Durch die Verkürzung der Muskulatur und der Krümmung der Wirbelsäule werden wir immer runder. Nein, nicht nur unser Bauch ist gemeint, sondern unser Rücken und die gesamte Körperhaltung. Aufgrund der Rundung unseres Körpers wird auch das „Innenleben“ unseres Körpers komprimiert, so dass alles weniger Platz hat und schlechter arbeiten kann. Als Beispiel sei hier unsere Atmung genannt. Unser Zwerchfell, welches u.a. für die Atmung zuständig ist, wird ebenfalls komprimiert und somit an seiner Funktion gehindert. Unsere Atmung ist nicht so effizient, wie sie sein könnte.

Selbst unser gesamter Stoffwechsel ist vom langen Sitzen betroffen. Jeder von Euch wird auf langen Fahrten irgendwann müde. Dafür ist unser Stoffwechsel verantwortlich, denn der fährt bei langem Sitzen seinen Energieverbrauch in den Keller. Das Blut sackt in die Beine ab und die Durchblutung des Körpers und des Gehirns sinkt. Ebenso lässt die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung nach. Daher empfehle ich Euch dringend genügend Pausen auf Euren Fahrten einzulegen und Euren Kreislauf immer wieder in Schwung zu bringen. Mit meinen Übungen in der App könnt Ihr das wunderbar machen, und zwar bereits während der Fahrt!

Ihr müsst Euch vorstellen, dass unser Körper eine Einheit aus Becken, Rumpf und Schultern bildet. Alle arbeiten als System zusammen.

Vorsicht ist geboten, wenn Ihr gleich nach dem Ankommen auf dem Campingplatz beginnt, Euren Stellplatz einzurichten. Durch das lange Sitzen auf der Fahrt befindet sich Euer Körper quasi im Schlaf, er ist verspannt und fehlbelastet, Ihr solltet ihn also vorher erst mal „aufwecken“. Ihr springt ja morgens auch nicht einfach aus dem Bett und tragt direkt einen Sack Kartoffeln oder Getränkekisten aus dem Keller hoch.

Vielleicht kann ich Euch ja mit meinen On- und Off-Tour-Programmen in der App und mit diesem Blog dabei helfen, der Bewegungsarmut zu entfliehen!

Ich würde es mir wünschen!

Euer
Camper-Coach

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