Campen mit dem bösen Wolf

Liebe Camporios,

in letzter Zeit wurde oft darüber berichtet, dass Wölfe in unseren heimischen Wäldern gesichtet wurden. Dies liegt daran, dass es seit 2000 wieder Wölfe in Deutschland gibt und sich bis heute der Bestand auf 700 erhöht hat. Das ist schon sehr beachtlich, wenn man bedenkt, dass der Wolf seit 150 Jahren in Deutschland ausgerottet war.

Sicherlich kennt ihr das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Seither haftet auf dem Wolf eher ein negativer Beigeschmack, denn er ist als gefährlich und böse in unseren Köpfen verankert. Doch mit diesem Märchen vom bösen Wolf muss jetzt Schluss sein, sagt der Wolfexperte und –forscher Markus Bathen vom Naturschutzbund NABU, der sich seit 2005 mit dem „Willkommen Wolf-Projekt“ um Sorgen, Ängste und Vorurteile gegenüber dem Wolf kümmert.

Ich habe mich für euch mit Markus Bathen getroffen, um aus 1. Hand zu erfahren, was die Verbreitung des Wolfes für uns Camper bedeutet.

Wölfe leben in Rudeln von ca. 8-10 Tieren als Familienverband (Wolfspaar, Jungtiere und Jungtiere aus dem Vorjahr) und besetzen ein Revier, in dem die Eltern nur ihre Jungtiere dulden bis zum Alter von 2 Jahren (nach 2 Jahren wandern diese ab und verlassen das Rudel um Partner und neues Revier zu finden). Die Vorkommen von ansässigen Rudeln in Deutschland belegen sich auf Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. In anderen Bundesländern hat es auch schon Einzelsichtungen gegeben. Ein Rudel besetzt ein Revier von einer Größe von ca. 250 Quadratkilometern, abhängig davon wie viel Nahrung und Rückzuggebiete es in diesem Revier gibt.

Hättet ihr gedacht, dass ein Wolf jeden Tag einen Marathon oder noch mehr in seinem Revier läuft?

Wölfe sind sogenannte Laufjäger, sie scannen mit Augen, Ohren und Nase ihre Umgebung auf Beute ab. Sie ernähren sich hauptsächlich von Rehen, Rotwild und Wildschweinen. Dabei essen sie auch kranke und schwache Tiere und halten so den Bestand der Waldtiere „gesund“, weshalb man Wölfe auch als Gesundheitspolizei des Waldes bezeichnet. Unreichend geschützte Nutztiere wie Schafe oder Ziegen stehen natürlich auch auf dem Speiseplan, welches die Halter der Tiere natürlich nicht sehr erfreut. Auch hier setzt sich Bathen und der NABU intensiv ein, um zu einem konfliktärmeren Miteinander von Mensch und Wolf beizutragen.

Die Hauptfrage die wir uns Camper natürlich stellen ist, ob der Wolf auch für uns, z.B. beim Freicampen gefährlich werden kann. Ich habe mich mit Markus Bathen auf Spurensuche begeben und ihm dabei diese und noch andere Fragen gestellt, aber seht selbst:

Aber nicht nur Pfotenabdrücke hinterlässt der Wolf als Spur, auch in seinem Kot kann man vieles ablesen. Wir haben zusammen den Kot eines Wolfes analysiert und darin noch Fell und Knochenreste eines Wildschweines entdeckt. Ihr seht, der Job als Camper-Coach ist nicht immer einfach. 😉

Wie auch ihr etwas für den Schutz der Wölfe tun könnt oder wenn ihr weitere spannende Infos über den Wolf erfahren wollt, dann könnt ihr euch hier informieren:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/

 

Euer

Camper-Coach

 

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